Ambulanter Intensivpflegedienst
St. Raphael GmbH
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Häufige Fragen

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Pflege auf einen Blick.
Gerne beantworten wir Ihnen weitere Fragen auch per E-Mail oder telefonisch
unter 08734 / 9394210.

Wer bekommt eine Pflegestufe?

Zur Einordnung in eine Pflegestufe müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • körperliche, geistige oder seelischen Erkrankung oder Behinderung
  • gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens können nicht selbst verrichtet werden
  • die Pflegebedürftigkeit liegt auf Dauer vor, bzw. mindestens für die nächsten sechs Monate
  • Pflegebedürftigkeit ist in erheblichem oder höherem Maße vorhanden

Was muss ich tun, um eine Pflegestufe zu erhalten?

Um eine Pflegestufe für mich/meinen Angehörigen und die damit verbundenen Pflegeleistungen zu erhalten, ist folgendes Verfahren notwendig:

  • Beantragung der Pflegeleistung bei der Krankenkasse
  • Die Krankenkasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Prüfung der Pflegebedürftigkeit.
  • Begutachtungstermin des Arztes des MD bei dem Pflegebedürftigen. Dieser erfasst die Aufwendungen für Verrichtungen der Pflege im Fall des Pflegebedürftigen
  • Der Arzt des MDK legt in einem Gutachten fest, welche Aufwendungen für Verrichtungen der Pflege im Fall des Pflegebedürftigen erforderlich bzw. anrechenbar sind und stellt einen Pflegeplan auf.
  • Die Krankenkasse stuft den Pflegebedürftigen nach Erhalt des Gutachtens in eine Pflegestufe ein. Der Bescheid geht dem Antragsteller auf Pflegegeld zu.

Welche Pflegestufen gibt es?

Pflegestufen

Je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit berechnet sich die Höhe der Leistungen nach dem zeitlichen Pflegeaufwand. Dabei muss die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) gegenüber der hauswirtschaftlichen Versorgung überwiegen. Es werden drei Pflegestufen unterschieden. Bei einem Hausbesuch stellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung den Grad der Pflegebedürftigkeit fest.

Pflegestufe I (erheblich pflegebedürftig)
Täglicher Pflegebedarf 1,5 Stunden, davon mehr als 45 Minuten in der Grundpflege und zusätzlich mehrfach pro Woche im Haushalt.

Pflegestufe II (schwerpflegebedürftig)
Täglicher Pflegebedarf 3 Stunden, davon mindestens 2 Stunden in der Grundpflege, und zwar dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten, und zusätzlich mehrfach pro Woche im Haushalt.

Pflegestufe III (schwerstpflegebedürftig)
Täglicher Pflegebedarf 5 Stunden, davon mindestens 4 Stunden in der Grundpflege, und zwar auch nachts, und zusätzlich mehrfach pro Woche im Haushalt.

Wie hoch ist die Vergütung der Pflegestufen?

Wie hoch ist die Vergütung der Pflegestufen und wofür darf das Geld verwendet werden?

Pflegegeld und Pflegesachleistungen
Die Pflegekasse übernimmt Leistungen für die häusliche und stationäre Pflege. Die Höhe ist für jede Pflegestufe gesetzlich festgelegt. Wird der Versicherte zu Hause gepflegt, kann er zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen wählen. Beides kann auch miteinander kombiniert werden.
Mit Inkrafttreten des Pflegeneuausrichtungsgesetzes (PNG) zum 01.01.2013 erhalten Demenzkranke in der Pflegestufe 0 erstmals und in den Pflegestufen I + II erhöhte Leistungen. Um die genauen Vergütungen zu erfahren klicken Sie bitte hier.

Pflegegeld
Pflegegeld erhalten Versicherte, wenn die Pflege von Angehörigen oder Bekannten ehrenamtlich übernommen wird. Ab 1. Januar 2015 werden folgende Beträge gezahlt:

  • Pflegestufe 0 - 123 Euro monatlich
  • Pflegestufe I - 244 Euro monatlich
  • Pflegestufe II - 458 Euro monatlich
  • Pflegestufe III - 728 Euro monatlich

Regelmäßige Beratungsbesuche von Pflegefachkräften helfen, die optimale Versorgung des Pflegebedürftigen zu sichern. Diese Pflegeeinsätze finanziert die Krankenkasse.

Pflegesachleistungen
Pflegesachleistungen werden für den Einsatz von ambulanten Pflegediensten gezahlt. Diese rechnen direkt mit der Pflegekasse ab, und zwar bis zu folgenden Beträgen (ab 1. Januar 2015):

  • Pflegestufe 0 - 231 Euro monatlich
  • Pflegestufe I - 468 Euro monatlich
  • Pflegestufe II - 1.144 Euro monatlich
  • Pflegestufe III - 1.612 Euro monatlich
  • Härtefall - 1995 Euro monatlich

Vollstationäre Pflege
Die Leistungen der Pflegekasse für die vollstationäre Pflege betragen ab dem 1. Januar 2015:

  • Pflegestufe I - 1.064 Euro monatlich
  • Pflegestufe II - 1.330 Euro monatlich
  • Pflegestufe III - 1.612 Euro monatlich
  • Härtefall - 1.995 Euro monatlich

Was versteht man unter "Behandlungspflege", was unter "Grundpflege"?

Unter Grundpflege versteht man unter anderem:

  • Körperpflege
  • Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme
  • Ausscheidung
  • Mobilisation/Lagerung
  • usw.


Unter Behandlungspflege versteht man unter anderem:

  • Blutdruckmessung
  • Blutzuckermessung
  • Verbandswechsel
  • Injektionen
  • Vitalzeichenkontrolle
  • Blutentnahme
  • usw.


Die Vergütung für die Leistungen der Behandlungspflege wird von den Krankenkassen übernommen.

Was versteht man unter „außerklinischer Intensivpflege“?

Was versteht man unter "außerklinischer Intensivpflege" und wer kann diese beanspruchen?

Unter außerklinischer Intensivpflege versteht man die Versorgung eines Patienten von bis zu 24 Stunden täglich in seiner häuslichen Umgebung. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte "1 zu 1" Versorgung (1 Pflegekraft für 1 Patienten). Zur Intensivpflege gehört u.a. das Überwachen der Beatmungs- und Vitalparameter, endotracheales Absaugen, Trachealkanülenpflege und -wechsel, Applikation von Sauerstoff, Bronchiallavage, Durchführung einer Pulsoxymetrie und Kapnometrie sowie die spezielle Klientenbeobachtung.
Da es im Gesetz keine klaren Regelungen gibt, wer Anspruch auf eine 24 Stunden Intensivpflege hat, können wir hier nur aus unserem Erfahrungsschatz berichten und Ihnen aufzählen, welche Umstände bzw. welche Krankheitsbilder für eine häusliche 24 Stundenversorgung in Betracht kommen können:

  • Patienten mit eingeschränkter Atemfunktion welche per Maske oder Trachealkanüle maschinell beatmet werden müssen. Hierzu zählen u.a. Erkrankungen wie:
    Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), spinale Muskelatrophie, Hohe Querschnittslähmung, Schwere COPD
  • Patienten, welche schwerstpflegebedürftig sind und zudem z. B. aufgrund einer Schluckstörung Tracheokanüliert wurden. Dies können z. B. folgende Krankheiten sein:
    Schwerer Apoplex, Schädel-Hirn-Traumata, Apallisches Syndrom,
    Locked-In-Syndrom


Das Procedere für den Erhalt der Intensivpflege ist das gleiche wie bei der Pflegestufe. Der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) erstellt ein Gutachten über den Pflegebedürftigen in welchem er feststellt wie viele Stunden pro Tag Intensivpflege in Betracht kommen. Diese kann von einigen wenigen Stunden bis zu 24 Stunden pro Tag sein. Die Leistungen für die Intensivpflege werden von der Krankenkasse getragen.

Welche Möglichkeiten gibt es noch finanzielle Unterstützung zu erhalten?

Wenn die Leistungen aus der Pflegekasse zusammen mit Ihrem persönlichen Einkommen und Vermögen (und dem Ihres von Ihnen nicht getrennt lebenden Partners) nicht ausreichen, um die notwendige Pflegeleistung zu finanzieren, kommt der Bezug von Sozialhilfeleistungen in Betracht. Sie können nach einer Prüfung Ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse dann Leistungen der Hilfe zur Pflege (§§ 61 ff. SGB XII) beantragen. Die Hilfe zur Pflege umfasst folgende Leistungen:

  • Häusliche Pflege
  • Hilfsmittel
  • Tages- und Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Vollstationäre Pflege
  • bei kostenintensiver (Schwerst-)Pflege, so weit die nach oben hin begrenzten Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen

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