Ambulanter Intensivpflegedienst
St. Raphael GmbH
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Aktuelles

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Weiterbildung zur "Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung" 2015

Wie bereits im Jahr 2013 veranstalteten wir auch in diesem Jahr wieder eine eigene Weiterbildungsmaßnahme zur "Pflegefachkraft für außklinische Beatmung". Bei hochsommerlichen Temperaturen schwitzten 13 unserer Mitarbeiter für eine geballte Ladung Fachwissen die von den Dozenten der ALSO-Akademie Heidelberg, dem BRK sowie der Firma WKM an mehereren Unterrichtstagen vermittelt wurde. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an unsere Kooperationspartner!

Zudem gratulieren wir all unseren Kolleginnen und Kollegen recht herzlich zur erfolgreichen Teilnahme an der Weiterbildung und dem erworbenen Titel "Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung"!

Herr MdL Erwin Huber und Herr MdB Max Straubinger bei uns zu Gast

*Quelle: Landauer Neue Presse

Am 05.07.2013 besuchten uns die Politiker Herr MdL Erwin Huber und Herr MdB Max Straubinger in unserem Pflegedienst. Zudem waren vertreten Herr Joachim Görtz, Landesbeauftragter des Bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V.), Herr Florian Pichelmayr und Frau Bettina Plettl (Vorstände des Bpa), sowie natürlich Frau Kerstin Pfeil und Herr Alexander Strohmaier, die Geschäftsführer des ambulanten Intensivpflegedienstes St. Raphael.

Gesprochen wurde unter anderem über das leidige Thema "Pflegekammer", den allgegenwärtigen Pflegefachkräftemangel sowie die "Vergütungsproblematik", insbesondere in der außerklinischen Intensivpflege. Besonders alarmierend in punkto Pflegefachkräftemangel war die Aussage von Herrn Joachim Görtz, dass alleine in Bayern bis zum Jahr 2023 ca. 50.000 (!) Pflegefachkräfte aufgrund der demographischen Entwicklung, welche zwangsläufig zu einem erhöhten Pflegebedarf führen wird, fehlen werden. Darüber muss noch sehr intensiv debattiert werden! Die Abschaffung des Schulgeldes für die Altenpflegeausbildung kann nur der erste Schritt gewesen sein, um den Pflegeberuf im Allgemeinen wieder attraktiver zu machen.

An dieser Stelle ein recht herzliches Dankeschön an Herrn MdL Erwin Huber und Herrn MdB Max Straubinger, dass Sie die Zeit gefunden haben, sich die Probleme im ambulanten und stationären Bereich anzuhören und zudem die Bereitschaft signalisierten, sich dieser im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch wirklich anzunehmen!

Vergelt´s Gott!

Warum wir "Nein" zur Pflegekammer sagen

Auf den ersten Blick hört sich die Idee, eine Pflegekammer ins Leben zu rufen, ganz vernünftig an. Bei genauerem Hinsehen jedoch, enpuppt sich diese als ein kostenintensives bürokratisches "Placebo", dass zwar viel kostet, aber nicht hilft.
Hier fünf Gründe, warum wir uns entschieden GEGEN die Einführung einer Pflegekammer aussprechen:

1. Keine Wahl: Zwangsmitgliedschaft

Die Pflegekammer in Bayern wird eine Zwangskammer. Alle Berufsangehörigen mit einer Erlaubnis nach dem Krankenpflegegesetz oder dem Altenpflegegesetz, die in Bayern berufstätig sind oder in Bayern ihre Hauptwohnung haben, unterliegen der Pflichtmitgliedschaft, ganz gleich, ob sie vom Nutzen der Kammer überzeugt sind oder nicht. Wir rechnen mit jährlichen Kosten von rund 120 ,- €, die jedes Zwangsmitglied privat aufbringen muss.
Zwang ist nicht der bessere Weg zu einer besseren Interessenvertretung der Pflege!

2. Berufserlaubnis immer nur für zwei Jahre

Wussten Sie, dass die Befürworter der Pflegekammer die Aberkennung der Beruserlaubnis nach zwei Jahren bei unterlassener Fortbildung im Sinn haben? Sie werden von der Kammer überwacht und kontrolliert, ob Sie die von der Kammer vorgeschriebenen Fortbildungsstunden absolviert, in Freizeit und aus eigener Tasche bezahlt haben. Diese vorgeschriebenen FB-Stunden werden nicht immer hilfreich für Ihre tägliche Praxis sein, aber dafür erhalten Sie für weitere zwei Jahre die Erlaubnis zur Berufsausübung!
Dies ist im Übrigen die Maßnahme der Pflegekammer, um die Bevölkerung vor "ungebildeten" Pflegefachkräften zu schützen.

3. Die Pflege darf nicht mitreden

Die Pflegekammer ist kein Ersatz für etablierte Berufsverbände, weil sie keine fachlich motivierten verbandspolitischen Aufgaben übernimmt. Auch die tarifpolitische Fragen und Tarifverhandlungen sind nicht ihre Aufgabe. Dieses Feld wird auch künftig ausschließlich durch die Gewerkschaften abgedeckt. An den wichtigen Stellen wird die teure Pflegekammer also auch in Zukunft nicht mitreden dürfen. Die tatsächlichen Probleme der Pflege werden damit nicht gelöst!

4. Keine Altersvorsorge: Pflegekammer light

Die Aufgabe der Altersvorsorge, die die Kammer bei vielen anderen Berufen übernimmt, ist für die Pflegekammer nicht vorgesehen. Damit wird die Kammer gegenüber anderen Kammern wie der Ärztekammer oder den Anwaltskammern benachteiligt. Die Pflege bekommt also nur eine Kammer light. Das ist kein Weg, um diesen wichtigen Beruf aufzuwerten und der Pflege mehr Ansehen zu verschaffen!

5. Mehr Bürokratie und zusätzliche Kontrollen

Die Pflegekammer soll die berufliche Qualifikation der Pflegenden und die Qualität der Pflege kontrollieren. Pflegende können sich also künftig neben Heimaufsicht und MDK auch auf Überprüfung durch die Pflegekammer einstellen. Gleichzeitig werden sie verpflichtet, sich bei Veranstaltungen der Pflegekammer regelmäßig fortzubilden - in Ihrer Freizeit und auf eigene Kosten!

 

Es hat sich vielleicht noch nicht zu allen Politikern durchgesprochen: Deutschland hat einen Pflegefachkraftmangel! Solche sinnfreien Maßnahmen, wie die Einführung einer "Pflegekammer", werden diesem Pflegefachkraftmangel nicht im geringsten entgegenwirken. Vielmehr wird der Punkt "Pflegekammer" bei der Entscheidung für junge Menschen, ob sie einen Pflegeberuf ergreifen sollen oder nicht, eher auf der Kontra- als auf der Pro- Seite erscheinen!

Daher von unserer Seite ein ganz klares "Nein" zur Pflegekammer!

 

 

 

Urteil des Bundessozialgerichts zur außerklinischen Intensivpflege

Zeitanteil für Grundpflege darf nicht vollständig von der 24-Stunden-Pflege abgezogen werden


Wer krankheitsbedingt eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigt und neben den Leistungen der Behandlungspflege grundpflegerische Leistungen der Behandlungspflege nach SGB XI erhält, musste in der Vergangenheit mit einem hohen Eigenanteil bei den Kosten rechnen:
Nach bisheriger Rechtssprechung trat die Behandlungspflege nach SGB V während der Erbringung von Grundpflege nach SGB XI in den Hintergrund und war daher - trotz etwa der gleichzeitig mit der Grundpflege erfolgenden Krankenbeobachtung - der Kostenaufwand für die Zeit der Grundpflege nicht von der Krankenkasse zu übernehmen, sondern allein der Pflegeversicherung zuzurechnen. Weil sich seither die gesetzlichen Regelungen zur Behandlungssicherungspflege in § 37 Abs. 2 SGB V geändert haben, hat nun das Bundessozialgericht (BSG) am 17.06.2010 neu zu dieser Frage entschieden (B 3 KR 7/09 R) und klargestellt:
Die Krankenkassen müssen mehr zahlen!

Kläger war ein schwerstpflegebedürftiger Beatmungspatient, bei dem eine kontinuierliche Anwesenheit einer qualifizierten Krankenpflege-Fachkraft erforderlich war. Sämtliche Maßnahmen der Krankenbeobachtung, der sonstigen Behandlungspflege und der Grundpflege wurden im drei-schichtendienst von einem Pflegedienst durchgeführt; die hauswirtschaftliche Versorgung erfolgte durch die Ehefrau.

Der Tagessatz des Pflegedienstes lag bei 726 €. Die häusliche Krankenpflege war für 24 Stunden verordnet, die Krankenkasse übernahm jedoch nur die Kosten für 19 Stunden. Zusammen mit dem monatlichen Höchstsatzder Pflegestufe III blieben jeden Monat ca. 3200 € ungedeckt. Insgesamt waren seit 2005 schließlich etwa 130.000 € aufgelaufen, die der Kläger zunächst aus eigenen Mitteln beglichen hatte.

Die Bewilligung der häuslichen Krankenpflege von nur 19 Stunden begründete die Krankenkasse damit, dass während der diversen Maßnahmen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung die Krankenbeobachtung als selbständige Leistung in den Hintergrund trete und Leistungspflicht der Krankenkasse für die Behandlungssicherungspflege deshalb auf jene Zeiten beschränkt sei, in denen keine Grundpflege geleistet werde. Da eine tägliche Grundpflege von 246 Minuten und eine hauswirtschaftliche Versorgung von mindestens 60 Minuten anfalle, könne die häusliche Krankenpflege nur im Umfang von aufgerundet 19 Stunden gewährt werden.
Diese Auffassung, dass der Anspruch auf Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI im zeitlichen Umfang der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung den Anspruch auf Behandlungssicherungs-pflege nach § 37 Abs. 2 SGB V verdränge, stützte die Krankenkasse die bisherige Rechtssprechung des BSG und insbesondere auf das sog. Drachenfliegerurteil aus dem Jahr 1999.

Im Drachenfliegerurteil ging das BSG noch davon aus, dass die Behandlungspflege während der Erbringung der Hilfe bei der Grundpflege im Regelfall in den Hintergrund trete, so dass es gerechtfertigt sei den Kostenaufwand für diese Zeiten allein der sozialen Pflegeversicherung zuzurechnen.

Diese Auffassung vertritt das BSG nun ausdrücklich nicht mehr. Das Gericht begründet die mit den gesetzlichen Änderungen, die seit dem 01.01.2004 in § 37 Abs. 2 SGB V vorgenommen worden sind. Danach umfasst der Anspruch auf Behandlungssicherungspflege seither auch verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen, selbst wenn diese bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit nach SGB XI zu berücksichtigen sind. Der Versicherte habe daher einen umfassenden Anspruch auf häusliche Krankenpflege, der ergänzt werde durch einen Anspruch gegenüber der Pflegekasse, der aber nur die "reine" Grundpflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung beinhalte - insoweit sei die GKV nicht leistungspflichtig. Daraus sei außerdem abzuleiten, dass die Ansprüche nach § 37 Abs. 2 SGB V und aus der Pflegeversicherung nach § 36 SGB XI gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Das BSG entnimmt dieser gesetzlichen Änderung, dass die gesetzliche Krankenversicherung nach den Vorstellungen des Gesetzgebers an den pflegebedürftigen Aufwendungen insbesondere bei Fällen der Rund-um-die-Uhr-Betreuung stärker beteiligt sein soll und hat daher neue Regeln für die Abgrenzung der Grund- und Behandlungspflege aufgestellt:

  • Zunächst ist die von der Pflegekasse geschuldete Grundpflege zeitlich zu erfassen; die hauswirtschaftliche Versorgung spielte im Ausgangsfall keine Rolle, weil sie von der Ehefrau des Klägers erbracht wurde.
  • Der so ermittelte Zeitwert ist nicht vollständig, sondern nur zur Hälfte vom Anspruch auf die ärztlich verordnete 24-stündige Behandlungspflege einschließlich der verrichtungsbezogenen krankheitsspezifischen Pflegemaßnahmen abzuziehen, weil während der Durchführung der Grundpflege weiterhin Behandlungspflege - auch als Krankenbeobachtung - stattfindet und beide Leistungsbereiche gleichrangig nebeneinander stehen.

Die Krankenkassen müssen daher im Falle der Intensivpflege von nach SGB XI pflegebedürftigen Versicherten Kosten in größerem Umfang übernehmen als bisher angenommen. Dies gilt grundsätzlich für alle Ansprüche seit 2004. Für die Pflegebedürftigen ergibt sich damit eine deutliche Entlastung: Ihr Eigenanteil an den Kosten für die Leistung der Pflege nach SGB XI dürfte sich deutlich reduzieren.

Sobald die schriftliche Urteilbegründung des BSG vorliegt, wird der bpa hierzu erneut informieren.

Quelle: bpa-der Pflegedienst, Ausgabe 2/2010, Artikel verfasst von Fr. Ise Neumann, Justiziarin

Vergütung Pflegestufen

Zum 01.01.2015 wurde die Vergütung für die Pflegestufen I-III (+Härtefall) angehoben.

Pflegegeld (bei Pflege durch die Angehörigen, Bekannten oder ehrenamtlichen Mitarbeitern)

Pflegstufe alt seit 01.01.2015 seit 01.01.2015 (Patienten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
0 0 € 123 € 123 €
I 235 € 244 € 316 €
II 440 € 458 € 545 €
III 700 € 728 € 728 €

 

Pflegesachleistung (beim Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes)

Pflegstufe alt seit 01.01.2015 seit 01.01.2015 (Patienten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
0 0 € 231 €231 €
I 450 € 468 €689 €
II 1100 € 1144 € 1298 €
III 1550 € 1612 € 1612 €
Härtefall 1918 € 1995 € 1995 €

 

Vollstationäre Pflege

Pflegstufe alt seit 01.01.2013 seit 01.01.2015
I 1023 € 1023 € 1064 €
II 1279 € 1279 € 1330 €
III 1470 € 1550 € 1612 €
Härtefall 1825 € 1918 € 1995 €

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